Benediktinische Spiritualität

Woran denken Sie, wenn Sie das Stichwort „benediktinische Spiritualität“ hören? Vielleicht fällt Ihnen vielleicht spontan das benediktinische ‚Motto’ ORA ET LABORA ein, wenn Sie es kennen. Diese Worte finden sich zwar so wörtlich nirgendwo in der Regel des heiligen Benedikt von Nursia (480-547), die unserem monastischen Leben hier als Richtschnur dient. Aber sie drücken genau das aus, was Benedikt meinte: Leben aus dem Dasein Gottes, wie das Evangelium es uns verkündet, mitten in unserer Welt und Zeit; und in dieser Haltung versuchen, das zu tun, was hier und heute notwendig ist, damit das alltägliche Leben (unseres und das anderer Menschen) diese liebevolle Gegenwart Gottes je mehr hindurchleuchten lässt, diesen göttlichen Willen, der sich brennend danach sehnt zu erfüllen, worum wir ihn täglich im Vaterunser bitten: dass die Erde den Himmel widerspiegelt.

Die liebevolle Gegenwart Gottes, die uns einlädt, ihr alle unsere Sinne, unseren Verstand und unser Herz zu öffnen, vor allem im gemeinschaftlichen und persönlichen Gebet (aber nicht nur dort), möchte unser Leben erleuchten, unsere Arbeit, unsere menschlichen Beziehungen. Besonders dicht begegnet sie uns und schenkt sie sich uns in der Feier der Eucharistie. Von dort her durchdringt sie unseren ganzen Alltag. Nicht spektakulär, sondern ganz still und unaufdringlich, ohne unsere Freiheit auszulöschen, in der wir sie nur aufnehmen können. So will denn auch unsere Antwort sein: schlicht und ehrlich, frei, ohne imponieren zu wollen: da sein - vor diesem nicht zu fassenden DU, der sich in Jesus Christus „fassbar“ macht für uns. Ganz da sein - für Ihn, für die Menschen. Einfach so. „Mit den Gaben, die Er in uns hineingelegt hat“ (RB Prol 6), aber auch mit unseren Grenzen und unserem Versagen, die Ihn niemals daran hindern zu lieben (vgl. RB 4,74).

Fünfmal täglich versammeln wir uns in der Kapelle, um „unserem Schöpfer den Lobpreis darzubringen wegen seiner gerechten Entscheide“ (RB 16,5), das heißt, um all des Guten willen, das Er uns tut, um seiner Liebe willen, mit der Er uns erschaffen und erlöst hat. Außerdem hat jede Schwester täglich Zeit frei für die Anbetung und für die Lectio divina (betende Lesung der Heiligen Schrift). Auch die Arbeit, die Mahlzeiten, die Erholungszeiten, die Begegnungen mit Gästen, die Ruhe, kurz alles, was unser tägliches Leben im Kloster ausmacht, ist Gebet, sofern wir es diesem DU, das uns liebt, widmen. „Überall ist Gott gegenwärtig“, sagt Benedikt. Übrigens auch in Ihrem Leben!

 

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Anbetung

In unseren Klöstern beten wir Gott an in der täglichen Feier der Eucharistie, im benediktinischen Stundengebet und in der eucharistischen Anbetung. Das tägliche Dasein bei Jesus im heiligsten Sakrament ist für uns ein Geschenk, aus dem wir leben. Zugleich ist es ein Auftrag für die Welt, die wir in unser Beten hinein nehmen.

In den 350 Jahren seit der Gründung der Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament hat es immer auch Menschen außerhalb der Klöster gegeben, die sich dem Gebet der Schwestern angeschlossen haben.
Auch sie haben Jesus Christus in der heiligen Eucharistie gesucht, gefunden und angebetet. Jesus schaut aus nach Menschen, die ihm begegnen möchten.

 

Texte von Muter Mechthilde de Bar:

www.mechtilde.blogspot.com

 

Aus unserem Leben in der Gemeinschaft unserer Klöster wissen wir, wie hilfreich es sein kann, sich mit anderen Menschen im Gebet zu verbinden. Deshalb möchten wir die Gebetsgemeinschaft gemeinsam-anbeten ins Leben rufen. Sie können sich als Mitglied anschließen oder nur die Gebetsanleitungen und -impulse nutzen, die wir auf dieser Seite anbieten.

Mehr Informationen unter: www.gemeinsam-anbeten.de

 

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